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Beiträge [ 8 ]



1 bearbeitet von DAU (Original: 2003-12-26 19:19)

Thema: Audio-CDs rippen unter Linux

Letzte Aktualisierung: 19.11.2004

Benötigte Software
* cdparanoia
* grip
* flac, lame, mppenc oder oggenc


Installation

Wenn Sie Debian GNU/Linux (unstable) verwenden, können Sie obige Pakete einfach per apt-get install cdparanoia grip flac lame musepack-encoder oggenc installieren.
In der /etc/apt/sources.list sollte Sie zumindest folgende Zeilen stehen haben:

deb http://ftp.de.debian.org/debian unstable main contrib non-free
deb http://www.rarewares.org/debian/packages/unstable ./

Falls Sie eine andere Distribution verwenden, nehmen Sie die Pakete Ihrer Distribution oder kompilieren Sie sich die Pakete aus dem jeweiligen Quellcode. Diesen finden Sie unter oben angegebenen Adressen.

Den jeweils empfohlenen Encoder entnehmen Sie bitte einer der folgenden Seiten:
* FLAC
* MP3
* Musepack
* Ogg Vorbis

Das jeweilige Linux-Binary kopieren Sie am besten nach /usr/local/bin und nennen es entsprechend dem Encoder (flac, lame, mppenc bzw. oggenc), damit Grip es automatisch findet, wenn Sie z.B. oggenc auswählen. Vergessen Sie nicht, die Rechte danach anzupassen:

chmod 755 /usr/local/bin/oggenc

Sind Sie Debianer, bekommen Sie über die APT-Quelle von RareWares bereits die jeweils empfohlenen Versionen und können sich diesen Schritt daher sparen.


cdparanoia

Im Gegensatz zum Ripper cdda2wav, liest cdparanoia die CDs im Paranoia-Modus aus. Dies bedeutet, dass cdparanoia jeden Sektor der CD mindestens zweimal ausliest. Sind die Ergebnisse unterschiedlich, wird der Sektor noch mal ausgelesen. Das macht den Paranoia-Modus langsamer als den Burst-Modus, sorgt aber für bessere Ergebnisse. Da Sie sich gerade auf AudioHQ aufhalten, ist Ihnen Qualität sicher wichtiger als Geschwindigkeit.

oggenc

Es gibt viele verschiedene Encoder für Linux. Ogg Vorbis ist ein freies Format und liefert bei der Qualitätsstufe 6 in den meisten Fällen Transparenz. Dies bedeutet, dass Sie in der Regel keinen Unterschied zur Original-CD hören werden.

flac

Ein weiteres Format ist der Free Lossless Audio Codec (FLAC). Wie der Name schon andeutet, komprimiert dieser Codec die Dateien verlustfrei, ähnlich ZIP/RAR, nur besser, da er für die Kompression von Audiodaten optimiert ist. Sie sparen zwar nicht so viel Platz wie bei verlustbehafteten Formaten wie Ogg Vorbis, haben dafür aber ein exaktes Abbild der Original-CD.

Grip

Grip ist ein grafisches Rip/Encode-Frontend für Linux. Für Grip benötigen Sie die GNOME-Bibliotheken, welche Ihrer Distribution beiliegen sollten. Sie können sie über das jeweilige Installationstool, z.B. YaST oder RpmDrake, installieren. Bei Debian und Gentoo kümmern sich apt-get bzw. emerge um die Abhängigkeiten.

Falls Sie die Version 3.2 (oder höher) verwenden, können Sie sich vorgefertigte Profile herunterladen, welche Sie in Ihr Heimatverzeichnis kopieren müssen, damit Grip diese verwendet. Die meisten Optionen sind dann schon
korrekt voreingestellt.

Sie benötigen die Encoder-übergreifenden Einstellungen und mindestens eines der folgenden Encoder-Profile:
* FLAC (flac)
* MP3 (lame)
* Musepack (other)
* Ogg Vorbis (oggenc)

Starten Sie Grip über das Menü oder über den Befehl grip. Jetzt sollten Sie die Trackübersicht sehen.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Tracks.png


Klicken Sie auf das Register Konfiguration.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-CD.png

Stellen Sie das korrekte Device für das CD-Laufwerk ein, von dem Sie Ihre CDs auslesen wollen. In der Regel verwenden Sie /dev/cdrom. (Bei Problemen können Sie es auch einmal mit /dev/dvdrom oder /dev/scd0 oder /dev/sr0 versuchen.)

Die übrigen Einstellungen auf dieser Registerkarte sind für das Rippen nicht von Bedeutung. Setzen Sie aber dennoch den Haken bei Frage Laufwerk nach neuer CD, falls die Option nicht aktiv ist, damit Sie die Trackübersicht nicht jedes Mal von Hand aktualisieren müssen.


Wechseln Sie nun auf das Register Rip.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-Rip-Ripper.png

Als Ripper wählen Sie grip (cdparanoia) aus. Die restlichen Einstellungen übernehmen Sie aus dem Bild. Das Rip-Datei-Format können Sie dabei selbstverständlich anpassen. Das ~ im Bild entspricht Ihrem Heimatverzeichnis, in der Regel /home/benutzername. Die Endung .wav behalten Sie bei. Am Schluss dieses Kapitels finden Sie eine Übersicht, was die einzelnen Variablen wie %A bedeuten.


Wenn das Rip-Datei-Format Ihren Wünschen entspricht, klicken Sie auf Einstellungen.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-Rip-Einstellungen.png

Ändern Sie die Priorität des Rippers auf 19, damit das Rippen andere Prozesse nicht zu stark beeinträchtigt. Bei manchen Laufwerken ist es ratsam, die Verzögerung vorm Rippen einzuschalten.


Wechseln Sie nun auf das Kodiere-Register.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-Kodiere-Kodierer.png

Wählen Sie als Kodierer z.B. oggenc aus. In der Regel findet Grip den korrekten Pfad zum oggenc-Binary. Ist das nicht der Fall oder Sie haben das oggenc-Binary unter einem anderen Namen gespeichert, tragen Sie diesen nun in das Textfeld Kodierer ein. Falls Sie eine Vorgängerversion von Grip verwenden, müssen Sie noch die korrekten Werte in das Feld Kommandozeile eintragen: -o %m -a %a -l %d -t %n -q 6 %w -N %t -G %G -d %y . Das sorgt dafür, dass die Tags vom Kodierer korrekt geschrieben werden und die Qualitätsstufe 6 genutzt wird.

Möchten Sie das populäre MP3-Format nutzen, wählen Sie als Kodierer lame aus und tragen den korrekten Pfad zum lame-Binary ein, falls es nicht automatisch gefunden wurde. Die Kommandozeile ändern Sie wie folgt ab: -V 2 -c -p %w %m. Damit nutzen Sie die optimale Qualitätsstufe 2 mit variabler Bitrate und Fehlerkorrektur.

Sind Sie Musikliebhaber und schwören auf das Musepack-Format, können Sie auch dieses verwenden. Wählen Sie dazu als Kodierer other aus und geben Sie den korrekten Pfad zum mppenc-Binary an. In Kommandozeile schreiben Sie: --quality 5 --artist %a --album %d --title %n --track %t --year %y --genre %G --xlevel %w %m. Als Kodier-Dateinamensendung verwenden Sie mpc.

Alternativ können Sie auch FLAC verwenden. Dafür wählen Sie als Kodierer flac aus und tragen den korrekten Pfad zum flac-Binary ein, falls es nicht automatisch gefunden wurde. In Kommandozeile schreiben Sie in diesem Fall folgendes rein: -o %m -T ARTIST=%a -T ALBUM=%d -T TRACKNUMBER=%t -T TITLE=%n -T DATE=%y -T GENRE=%G -5 %w.


Das Kodier-Dateiformat passen Sie dem Rip-Dateiformat vom Register Rip an. Allerdings verwenden Sie diesmal die Endung .ogg (bzw. .flac, .mp3 oder .mpc) statt .wav. Bei Grip 3.2 (oder höher) verwenden Sie beim Dateiformat die Endung .%x und geben die tatsächliche Endung im entsprechenden Textfeld an.


Nun wechseln Sie auf das Register Einstellungen.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-Kodiere-Einstellungen.png

Wie auch beim Ripper geben Sie hier als Priorität 19 ein, damit der Kodiervorgang das System nicht allzusehr beeinträchtigt. Das M3U-Dateiformat für die Playlisten können Sie Ihren Wünschen entsprechend anpassen. Falls Sie keine Playlisten wünschen, können Sie den Haken bei Erzeuge .m3u-Dateien entfernen. Die Bitrate des Kodierers hat bei unseren Einstellungen nur auf die Fortschrittsanzeige Einfluss.


Wählen Sie nun das Register ID3 aus.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-ID3.png

Achten Sie darauf, dass die Option Tags nur in '.mp3' Dateien schreiben aktiviert ist.


Wechseln Sie nun ins Register DiscDB.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-DiscDB.png

Übernehmen Sie die Einstellungen vom Bild für die FreeDB-Datenbank, damit Sie die Tags für die CDs nicht per Hand eingeben müssen. Falls Sie einen Proxy verwenden, tragen Sie diesen im entsprechenden Register ein.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-Proxy.png


Zu guter Letzt wählen Sie das Register Sonst.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Konfiguration-Sonst.png

Hier geben Sie Ihre Email-Adresse für den Zugriff auf die FreeDB-Datenbank ein. Wenn Sie auch Großbuchstaben, Sonderzeichen und/oder Leerzeichen im Dateinamen verwenden möchten, klicken sie die jeweilige Option an. Jetzt sind Sie mit der Konfiguration fertig. Klicken Sie also wieder die Trackübersicht an.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Tracks.png

Sobald Sie eine Audio-CD in das CD-Laufwerk einlegen, stellt Grip eine Anfrage bei FreeDB. Falls zu der CD keine Daten vorliegen oder Sie die Titel anders benennen möchten, klicken Sie auf das Stift-Icon, um Künstler und Titel selbst einzugeben.

http://www.audiohq.de/articles/grip-ergaenzung-dau/grip-trackdialog01.png

Wenn Sie einen Sampler mit verschiedenen Interpreten rippen wollen, müßten Sie noch (bisher vor jedem neuen Durchgang) einen Haken bei verschiedene Künstler setzen. Dadurch wird der zusätzliche Dialog Teilen aktiviert.

http://www.audiohq.de/articles/grip-ergaenzung-dau/grip-trackdialog02.png

Hier können Sie dann die entsprechend benötigten Einstellungen je nach Belieben vornehmen. Danach wechseln Sie auf das Rip-Register.

http://www.pfeifferpascal.de/images/Grip-Rip.png

Hier starten Sie das Auslesen durch einen Klick auf Rippen und Kodieren. Während des Rippens werden dabei die bereits gerippten Wave-Dateien in das gewünschte Format umgewandelt. Sie finden die Musiksstücke dann unter dem von Ihnen festgelegten Kodier-Dateiformat.


Variablen für das Dateiformat

%t Nummer des Tracks auf der CD
%n Titel des Stückes
%a Künstler des Stückes (ideal für Sampler)
%A Künstler der CD
%d Titel der CD
%y Jahr
%G Genre als Text

Weitere Informationen
* Grip User's Guide (engl.)
* Grip-Pakete bei Linux App Finder
* Grip-Pakete bei rpmseek.com

2

Re: Audio-CDs rippen unter Linux

Hi

ich bin zwar im Urlaub auswärts unterwegs, möchte Dir Fuffy aber danken, für die getane Arbeit und Deinen Guide, der uns in der Ausführlichkeit und Aufbereitung ein weiteres Stück nach vorne bringt und eine Rarität im deutschen Tutorial-Wald zu AHQ hinzufügt.

Gerade Linux-Guides sind auch eine Investition in die Zukunft, wer weiss ob wir sie nicht alle mal nötig brauchen werden, zB wenn Longhorn erst alle User zu Linux treibt und wir uns alle umstellen müssen. Wir werden sehen ;-)

Gruss
Lego

Hier gehts zum Auditorium ...

3

Re: Audio-CDs rippen unter Linux

Wow... das ist eine nette Überraschung! (Bin erst seit kurzem aus dem Urlaub zurück.) Sehr gute Arbeit!

Ganz herzlichen Dank für den Artikel, fuffy. :) B)

4

Re: Audio-CDs rippen unter Linux

Ergänzung:

CDRip 1.0 erschienen.

Hier gehts zum Auditorium ...

5 bearbeitet von Marek (Original: 2004-11-27 11:54)

Re: Audio-CDs rippen unter Linux

Glücklicherweise gibt es unter Linux auch noch andere Tools als Grip. :P
Wer ohne GUIs leben kann, greift zu abcde! :)

Folgenden Artikel/Howto habe ich auch an den Entwickler von abcde gesendet, der es in abcde integrieren oder in anderer Form veröffentlichen wird. An einer Übersetzung der abcde-FAQ arbeite ich auch.

6 bearbeitet von Marek (Original: 2004-11-27 11:55)

Re: Audio-CDs rippen unter Linux

---------------------------------------------------
  abcde - Ein besserer CD Encoder
---------------------------------------------------

Homepage: http://www.hispalinux.es/~data/abcde.php

Abcde ist ein Skript, das vollautomatisch Audiotracks von einer CD ausliest, sie normalisiert, die Musikstücke komprimiert und den Dateien ID3-Tags aus der CDDB hinzufügt. Das alles mit nur einem Befehl!


-------------------------------------------
Inhaltsverzeichnis

0. Ein guter Grund für 'abcde'
1. Unterstützte Formate

2. Voraussetzungen
3. Download
4. Installation
5. Bedienung
6. Konfiguration
7. Entwickler
8. Links
9. Autor
--------------------------------------------


0. Ein guter Grund für 'abcde'
====================

Der gesamte Prozess über Rippen, Komprimieren und Taggen kann mit einem Befehl auf der Konsole aufgerufen werden. Audio CD ins Laufwerk einlegen, "abcde" auf einer Konsole eintippen und Kaffee trinken. Einfacher geht's nicht.


1. Unterstützte Formate
=================

Ab Version 2.2.0 können Ogg, MP3, FLAC, Speex und MPP/MP+ (Musepack) (nebeneinander im selben Schritt) erzeugt werden.


2. Voraussetzungen
==============

Das Skript läuft auf allen Linux und *BSD-Varianten sowie Mac OS.
Jede aktuelle Distribution sollte die minimalen Voraussetzungen nach einer Grundinstallation des Systems für abcde mitbringen. Dazu zählen zum Beispiel ein "Audiograbber" (cdparanoia, cdda2wav oder dagrab), ein CDDB DiscID Leser (cd-discid, Punkt 3 und 4 unten), ein Encoder (Ogg, MP3, etc. (Punkt 1 oben)), ein http-Downloader (wget, fetch (FreeBSD) oder curl (MacOS)), ein ID3-Tagger (id3, id3v2 und/oder andere Tagger). Optional können distmp3 oder normalize installiert werden.


3. Download
=========

Das Skript gibt es hier: http://www.hispalinux.es/~data/abcde.php
Hinter dem Link "Grab the sources" lade dir jeweils die aktuellen Versionen von 'abcde' und 'cd-discid' als tar.gz-Dateien herunter.


4. Installation
==========

Kurzfassung: 'cd-discid' und 'abcde' nacheinander installieren.
Langfassung (anfängergeeignet): Starte eine Konsole und melde dich als root an. Entpacke beide Dateien mit dem Befehl "tar xzvf /Pfad/zur/Datei", wobei Datei der Name der Datei ist. Wechsle anschließend in das Verzeichnis von 'cd-discid' und führe folgende Befehle aus: "make" und danach "make install". Wechsle nun in das 'abcde' Verzeichnis und führe hier nur "make install" aus. Bei weiteren Fragen in der README nachschlagen.


5. Bedienung
=========

Lege eine Audio CD in dein Laufwerk und öffne eine Konsole. Willst du die ganze CD verarbeiten, tippe einfach "abcde" ein. Mit "abcde 1-4 8 12" werden nur die Tracks 1,2,3,4,8 und 12 verarbeitet.

Ohne jede Veränderung der Konfigurationsdatei von abcde (Punkt 6) werden per default die Audiostücke mit cdparanoia ausgelesen, nach ogg umgewandelt (Qualitätsstufe 3) und id3-Tags erzeugt. Dabei wird online auf die CDDB zugegriffen. Anschließend werden die gerippten wav-Dateien gelöscht, sodass nur noch die ogg-Audiodateien auf der Festplatte übrig bleiben.

Nach dem Online-Abruf der CD-Daten von der freedb musst du entscheiden, wie abcde die Einträge handhaben soll. Bei mehreren Ergebnissen kannst du entsprechend auswählen. Du kannst die Einträge auch editieren und lokal abspeichern lassen.

Tipp: Wenn du eine log-Datei vom gesamten Prozess anlegen möchtest, erledigst du das mit "abcde 2>&1 | tee file.log" (Stichwort: Pipe). Das log-file kann sehr groß werden!


6. Konfiguration
===========

a. abcde liegt eine ausführlich dokumentierte Manpage bei (man abcde).
b. Im Ordner von abcde (Punkt 4) liegt eine FAQ.
c. Die abcde-Konfigurationsdatei ist sehr gut kommentiert.

Die systemweite Konfigurationsdatei ist /etc/abcde.conf. Es kann im home-Verzeichnis auch eine individuelle ~/.abcde.conf angelegt werden, die die systemweiten Einstellungen überschreibt.

Wenn du eine individuelle ~/.abcde.conf anlegen möchtest, kopiere der Einfachheit halber /etc/abcde.conf in dein home-Verzeichnis, benenne sie nach .abcde.conf um und passe gegebenenfalls die Rechte an, um sie editieren zu können.

Der Abschnitt über die Optionen der Programme, auf die abcde zurückgreift, ist einer der wichtigsten Teile der Konfigurationsdatei. Die Optionen, die du wählst, setze in einfache Anführungszeichen. Hier ein Auszug aus meiner ~/.abcde.conf:

# MP3:
LAMEOPTS='--preset standard'
#GOGOOPTS=
#BLADEENCOPTS=
#L3ENCOPTS=
#XINGMP3ENCOPTS=
#MP3ENCOPTS=

# Ogg:
#VORBIZEOPTS=
OGGENCOPTS='-q 2'

# FLAC:
#FLACOPTS=

# Speex:
SPEEXENCOPTS='--vbr --bitrate 32 --dtx'

# MPP/MP+ (Musepack):
MPPENCOPTS='--standard --verbose'

#ID3OPTS=
#ID3V2OPTS=
#CDPARANOIAOPTS=
CDDA2WAVOPTS='--max --set-overlap 2 --verbose-level all -paranoia'
#CDDAFSOPTS="-f"
#CDDBTOOLOPTS=
#EJECTOPTS=
#DISTMP3OPTS=
#NORMALIZEOPTS=
#CDSPEEDOPTS="-x"
#CDSPEEDVALUE=""

Das Zielformat der zu komprimierenden Dateien wird in der Konfigurationsdatei bei OUTPUTTYPE eingestellt. OUTPUTTYPE=mp3 erzeugt ausschließlich MP3-Dateien, OUTPUTTYPE=ogg,mp3,mpc erzeugt gleichzeitig eine Ogg-, eine MP3- und eine Musepack-Datei. Alles in einem Rutsch!

Auf weitere Einstellungen möchte ich an dieser Stelle verzichten. Meine vollständige Konfigurationsdatei kann hier eingesehen werden: http://linux.lehrerland.de/dateien/abcde.conf

Informiere dich unbedingt auf http://www.audiohq.de über die Vor- und Nachteile der Encoder Ogg, MP3, Musepack, Flac und Speex. Meine Kurztipps: Wer auf HighQuality-Kompression Wert legt, greift zu Musepack. Wer auf hohe Kompatibilität Wert legt, greift zu MP3 speziell Lame. Wer verlustfreie Kompression wünscht, greift zu Flac. Wer auf gute Qualität bei niedrigeren Bitraten Wert legt, greift zu Ogg. Speex ist für reine Sprachaufnahmen, wie zum Beispiel Hörbücher, optimiert.

Die Optionen der Programme findest du in deren Manpage, zum Beispiel "man lame", "man oggenc", "man flac", "man id3", "man id3v2", "man cdda2wav", "man normalize", etc. Der Encoder Musepack hat keine Manpage, sondern erklärt die Optionen in der Hilfe "mppenc --help" bzw. "mppenc --longhelp".


7. Entwickler
=========

Der Maintainer ist Jesus Climent, der das Skript von Robert Woodcock im Jahr 2002 übernommen hat. Natürlich haben auch viele User weltweit mit ihrer Hilfe und ihren Ideen das Skript reifen lassen. Hilfe und Ideen sind auch weiterhin erwünscht. Melde dich bei Jesus Climent.


8. Links
======

abcde: http://www.hispalinux.es/~data/abcde.php
AudioHQ: http://www.audiohq.de
CDDB: http://www.freedb.org

Lame: http://lame.sourceforge.net
Musepack: http://www.musepack.net
Ogg: http://www.vorbis.com
Speex: http://www.speex.org
Flac: http://flac.sourceforge.net

cdda2wav: http://www.cdda2wav.de
cdparanoia: http://www.xiph.org/paranoia
mp3gain: mp3gain und Clipping-Infos (mp3gain ist noch nicht in abcde integriert. In Planung.)

Zur Installation von Musepack in Linux habe ich unter http://mandrakeuser.de/phpBB/viewtopic.php?t=5996 ein kurzes Howto verfasst.


9. Autor
======

Der Autor des Artikels ist Marek Breuning.
Email: abcde-howto@arcor.de.nospam (.nospam bitte entfernen!)

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Dieser Artikel unterliegt der GFDL-Lizenz: http://nautix.sourceforge.net/docs/fdl.de.html
(zuletzt geändert am 3. Dezember 2004)

7 bearbeitet von Ganymed (Original: 2005-10-23 13:35)

Re: Audio-CDs rippen unter Linux

Das Tool abcde enthält in der neuesten Version eine Funktion, um Replaygain zu aktivieren!

http://www.hispalinux.es/~data/abcde.php  --> Hauptseite

http://svn.hispalinux.es:8080/svn/abcde/trunk/ --> Entwicklerseite, dort den Changelog anschauen. HIER gibt es das replaygain-fähige Skript abcde und die Konfig abcde.conf. Wie mir der Autor mitteilte, ist zur Zeit nur albumbasiertes Gain implementiert.

8 bearbeitet von DAU (Original: 2010-08-19 00:20)

Re: Audio-CDs rippen unter Linux

Audex als Grip-Alternative

Einleitung

Weil Grip laut dem Ubuntuusers-Wiki inzwischen nicht mehr weiterentwickelt und z.B. beim derzeit aktuellen Ubuntu (10.04 LTS "Lucid Lynx") auch nicht mehr in den Paketquellen aufgeführt wird, habe ich mich nach einem möglichen Ersatz für das Programm umgesehen. Während der Recherchen stiess ich neben dem bei uns bereits erwähnten RubyRipper auf die KDE 4-Anwendung Audex, welche ich hiermit in der Version 0.72 beta 1 ein wenig näher vorstellen möchte.

(Bevor ich fortfahre sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass Grip bisher immer noch mit Hilfe des Quellcodes kompilierbar ist, was aber zukünftig mit der Einführung von Gnome 3.0 schwieriger werden könnte, da Abhängigkeiten bei den benötigten Bibliotheken evtl. nicht mehr auflösbar sein werden. Im bereits erwähnten Ubuntuusers-Artikel wird zwar auch auf MP3 MESA als etwaigen Nachfolger von Grip hingewiesen, doch bisher stammt der letzte Code-Eintrag aus dem Jahr 2008.)

Genauso wie Grip oder RubyRipper benutzt Audex zum Auslesen der Audio-CD cdparanoia, weshalb man am besten ein Laufwerk benutzen sollte, das keinen Cache besitzt. (Siehe auch: [Vergleich] EAC (Windows) vs. cdparanoia (Linux), Oder:sollte trotzdem EAC benutzt werden?) Eine Offset-Korrektur oder eine Funktion zur Erstellung von Cuesheets wie bei RubyRipper stehen jedoch - bisher - nicht zur Verfügung. Für Version 0.80 wurden aber eine vollständige AccurateRip- und eine Cuesheet-Unterstützung geplant. Neben dem Abruf von Cover-Art, oder dem Abruf von CD-Informationen mittels FreeDB oder MusicBrainz, werden bei den Audio-Formaten FLAC, MP3 (LAME), MP4 (AAC), Ogg Vorbis und WAV unterstützt. (In Bezug auf die Audio-Formate möchte ich im weiteren Verlauf vor allem auf die Einstellungen der von uns favorisierten Codecs näher eingehen, deren Installation Sie den jeweiligen Distributions-Seiten entnehmen können.)

Einrichtung

Auf der Download-Seite werden Pakete für Archlinux, Debian, Fedora, Gentoo, Kubuntu, openSUSE und FreeBSD erwähnt. Davon abgesehen ist Audex aber auch - beispielsweise per Synaptic - bei der von mir angegebenen Ubuntu-Version unter KDE Arbeitsumgebung (universe) auffindbar.

Nach der Installation kann das Programm zum ersten Mal gestartet werden, um noch einige notwendige Anpassungen vorzunehmen. (In meinem Fall befand sich schon eine Audio-CD im Laufwerk, damit die nun folgenden Screenshots nicht zu umfangreich ausfallen.)

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-01.png

Hier sieht man schon, dass die Titel bei Bedarf mittels Doppelklick auf den jeweiligen Eintrag bearbeitet werden können. Über Daten ändern sind weitere Eingaben möglich, was insbesondere für das Rippen von Samplern wichtig ist, da dort auch der Punkt Verschiedene Interpreten zur Verfügung steht.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-02.png

Wenn man die Schreibweise des Datenbank-Abruf's noch verändern möchte, ist dies über CDDB | Werkzeuge zum Albumtitel berichtigen möglich.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-03.png

Für die Benutzung von Shortcuts sind entsprechende Einstellungen über Einstellungen | Configure Shortcuts... zugänglich.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-04.png

Die Grundeinstellungen erreicht man über Einstellungen | Configure Audex....

Bei Allgemein kann man u.a. die automatische Cover- und Datenbank-Abfrage oder den vollständigen Paranoia-Modus de- oder aktivieren. Ausserdem ist hier die Vorgabe des Ausleseverzeichnisses möglich.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-05.png

Bei Profile werden die Einstellungen für die Audio-Codecs vorgenommen, indem man beispielsweise nach der Markierung einer bereits vorhandenen Vorgabe auf Ändern... klickt. (Es ist aber auch möglich, eigene Profile zu erstellen.)

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-06.png

Die Fenster für die Codec-Einstellungen sehen dann folgendermassen aus:

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-07.png
(FLAC)

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-08.png
(MP3 (LAME))

Qualität/Bitrate            Parameter
--------------------------- ------------------
Mittel   (140 ... 185 Kb/s) : -V 4
Standard (170 ... 210 Kb/s) : -V 2 (empfohlen)
Extrem   (220 ... 260 Kb/s) : -V 1
Ultra    (320 Kb/s)         : -b 320

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-09.png
(Ogg Vorbis)

Für alle gilt, dass man die jeweiligen Einstellungen immer separat vornehmen muss. Neben den unter Extra Dateien auffindbaren Punkten, wie z.B. Cover- oder Playlist-Integration, betrifft dies auch das Dateinamen-Schema. Dafür klickt man unter Dateinamen auf den neben dem Muster: befindlichen Button, um den Assistent für Dateinamen aufzurufen.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-10.png

Dort hatte ich den String $artist - $date - $title/${trackno length="2" fillchar="0"} - $tartist - $ttitle.$suffix (sprich: Album-Künstler - Erscheinungsjahr - Album-Titel/Track-Nummer mit führender Null - Titel-Interpret - Titel.Dateiendung) eingegeben.

Bei CDDB settings kann man dann - so gewünscht - neben den Einstellungen für den freedb-Abruf auch noch die Benutzung von MusicBrainz de- bzw. aktivieren.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-11.png

Der nachfolgende Punkt Server sollte sich selbst erklären.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-12.png

Rippen

Hat man alles nach Wunsch eingestellt, kann man per Klick auf Auslesen oder per Ctrl+X den Rip-Vorgang starten.

http://www.audiohq.de/articles/dau/audex-13.png

Von bisher evtl. auftauchenden Warnmeldungen wegen - angeblich - zu geringem Speicherplatz sollte man sich nicht irritieren lassen, denn meines Wissens arbeitet Audex trotzdem zufriedenstellend. (Andere Erfahrungen sind jederzeit willkommen...)

Fazit

Der Überschrift entsprechend möchte ich noch einmal betonen, dass es sich hier um eine Anleitung für ein Grip-Pendant handelt. Wer nach einem "Secure Ripper unter Linux" sucht, sollte - bis auf Weiteres - die Entwicklung von RubyRipper verfolgen. Andererseits könnte die geplante Unterstützung von AccurateRip dazu führen, Audex neben RubyRipper zu plazieren.

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