Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen (Seite 1) - Grundlagen und Hintergrundwissen - AudioHQ

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1 bearbeitet von DAU (Original: 2005-04-08 14:41)

Thema: Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen

Unterbrechungsfreie Wiedergabe von Audiodateien als Problem ?

Problembeschreibung:

  • gemeint sind:

Das Auftreten von Pausen unterschiedlicher Länge bei der Wiedergabe von Alben oder Titeln die "ineinander übergehen". (Die Pausen sind nicht Bestandteil der Originalaufnahme.) Dies betrifft vor allem die fehlende Fähigkeit zum Gapless Playback, auch Seamless Playback genannt, welche eine korrekte Archivierung, wie auch die bitgenaue Erstellung von eigenen Medien erschwert oder verhindert.

Hierfür kann es verschiedene Ursachen geben, je nachdem, welches Medium oder welche Hardware man zur Wiedergabe benutzt.  Dies wird dadurch zu einem Problem, indem die Wiedergabe aus dem eigenen Archiv mit "ungewollten Pausen" nicht mehr dem vom Künstler angestrebten Gesamteindruck entspricht und somit den musikalischen Genuss bei Live-Alben, Elektronischer Musik, Mixes, Klassik und insbesondere bei vielen Konzept-Alben der 70er- und 80er-Jahre stört. Wären Pausen seitens der Künstler oder des Komponisten vorgesehen, so wären sie bereits Bestandteil der Original-Aufnahme und würden hier nicht als Problem benannt werden.

Werke von Künstlern wie z.B. Pink Floyd, Mike Oldfield oder auch das Beatles-Album "Abbey Road" mögen in diesem Zusammenhang als Beispiele dienen. Die entsprechenden Aufnahmen werden durch die Benutzung veralteter oder unbrauchbarer Formate für die Kodierung (siehe auch: Audiokompression), wie auch durch fehlerhafte Methoden während der Erstellung als Endergebnis spätestens während ihrer Wiedergabe "entstellt".

Seltsamerweise werden diese Defizite selbst in Kreisen versierter Nutzergruppen bagatellisiert oder auch bewußt ignoriert. Für eine korrekte Archivierung sind sie jedoch hinderlich, da sie dazu führen, daß die jeweilige Musik nicht mehr störungsfrei wiedergegeben und verarbeitet werden kann. Es tritt eine Qualitätsminderung ein. Der Grad selbiger wird sicherlich unterschiedlich bewertet. Das Empfinden und die Kompromissbereitschaft des Einzelnen spielen da eine nicht zu unterschätzende Rolle; ähnlich, wie es bei der Wahrnehmung von Kompressionsartefakten ebenfalls der Fall ist.

Fakt ist aber, daß das Thema "Wiedergabe ohne Pausen" seit Jahren zunehmend mehr Aufmerksamkeit erhält, da das Thema eigentlich durch geschickte Wahl moderner Formate und geeigneter Erstellungsmethoden komplett ad acta gelegt werden könnte.   

Fehlendes Gapless Playback ist fast ausschließlich bei kommerziellen verlustbehafteten Formaten anzutreffen. Andererseits aber auch bei nahezu allen mobilen Hardware-Playern. Insbesondere die englischsprachige Ressource MP3 players: Buyer Beware bietet genügend Stoff, dieses grundsätzliche Problem, dessen Bewältigung derzeit noch von nahezu allen kommerziellen Soft- und Hardware-Anbietern vermieden wird, einmal anzupacken und zu erörtern. Insbesondere die Beobachtung folgender Phänomene könnte weiterhin spannend bleiben: Zum einen das wachsende Interesse am Einkauf in Online-Musicshops (,die aktuell oftmals nur Einzelstücke verkaufen,) und zum anderen, wie sich
zukünftige Verfahrensweisen von seiten der jeweiligen Anbieter zur Bewältigung dieses Problems entwickeln werden.

Für den qualitätsbewußten Musikliebhaber jedenfalls ergeben sich zur Zeit zwei Konsequenzen: Entweder ärgert er sich über die fehlerhafte Erstellung des gekauften Materials von seiten der Anbieter, oder er ignoriert schlichtweg deren Angebot.

  • gemeint sind nicht:

Die Pausen auf einer CD-Audio (Red Book), die für das korrekte Rippen eine Rolle spielen und im Display von HIFI-Abspielgeräten erscheinen. Letztere sind ein Feature, das Bestandteil des TOC (Table of Content|Inhaltsverzeichnis einer CD-Audio) ist und den Hifi-Abspielgeräten den Titelwechsel und das Auffinden
der Einzeltitel ermöglicht.   

Die künstlich eingefügten Pausen (in der Regel 2 Sekunden) seitens Ahead Nero oder iTunes beim Brennen von CD-Audio, welche sich abschalten lassen.

Die erzwungenen Pausen, wie sie durch die Fehlbedienung der Brennsoftware bei versehentlich eingestelltem TAO-Modus entstehen.

(Anmerkung: Wer mit der bisher angesprochenen Thematik keinerlei "Bauchschmerzen" hat, der dürfte alle weiteren Ausführungen wahrscheinlich als Zeitverschwendung auffassen. Mein Rat: Abbruch der Lektüre...)

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2 bearbeitet von Lego (Original: 2005-04-08 15:05)

Re: Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen

Formate:

Generell kann man für die Archivierung auf einem Rechner die Empfehlung geben, ausschließlich gaplessfähige Formate wie etwa FLAC, Musepack oder Vorbis zu verwenden. Nur mit ihnen und einer nativ seamlessfähigen Wiedergabe-Software wie z.B. Foobar2000 wird eine unterbrechungsfreie Wiedergabe garantiert. Selbst wenn man dieses Feature nicht nutzt, weil bei der Wiedergabe z.B. die iTunes Jukebox oder der Windows Media Player benutzt werden, so bleibt es doch in den Audiodateien selbst als Option vorhanden.

Nachträglich kann dieses Feature moderner Formate jedoch nicht mehr in die Audiodateien integriert werden.

Übersicht: Offene Audioformate

  • LAME-mp3 bietet in Kombination mit Foobar2000 und der MPGLib Gapless Playback, weil die korrekte Spielzeit über die Frameanzahl aus dem Header eingelesen werden kann.

  • Ogg-Vorbis ist gaplessfähig, weil beim Design dieses Formates bereits entsprechende Anforderungen berücksichtigt wurden. Nur Crossfading-Anwendungen wie z.B. iTunes Jukebox spielen Vorbis per Quicktime- oder DirectShow-Filter noch mit Pausen oder Überblendungen ab.

  • Musepack, FLAC, APE (Monkey's Audio), OptimFrog, WavPack und TTA wurden ebenfalls von Grund auf gaplessfähig entwickelt.

  • Unkomprimiertes SND (Linux, Open Source) wird unter Linux (ähnlich wie WAV unter Windows) von den meisten Anwendungen gapless wiedergegeben

Übersicht: Firmenformate

  • Mit folgenden Formaten ist Gapless Playback technisch nicht möglich:
    FhG-mp3 (Fraunhofer)
    Real Networks-mp3 (Xing)
    Quicktime-mp3 (Apple) 
    Quicktime AAC
    Real Networks AAC
    Nullsoft AAC (Winamp Pro)
    Compaact   
    AC3 (Dolby Labs) 
    Real Audio (Real Media Networks)
    mp3Pro (Coding Technologies)
    AACplus 1 und AACplus 2
    WMA Standard (bis Vers. 8)
    ASF (Microsoft)
    FAAC

  • WMA Lossless wird bisher von keinem Hardware-Player unterstützt. Als Software spielt der WMP ab Vers. 9 WMA Pro (Vers. 9) gapless ab.

  • Quicktime AAC (und Apple Lossless) in den Formaten m4a, m4p, m4b, m4g erhält Hardware-Unterstützung nur vom nicht gaplessfähigen iPod. Softwareunterstützung per iTunes wäre eventuell gaplessfähig, diese Möglichkeit wird aber von der iTunes Jukebox nicht genutzt.

  • Unkomprimiertes WAV (Microsoft) und unkomprimiertes AIFF (Apple) sind generell gapless, auch in ihren Mehrkanalvarianten.

  • Atrac (Sony-MD) ist ebenfalls gaplessfähig

  • Keine Angaben finden sich zu Real Audio Lossless

Mitunter empfehlen ältere Ressourcen, den PC ausschließlich zur Lagerung von CD-Images zu benutzen. Wie man solche bitgenauen Images erstellt zeigt dieser Thread.
Für die Wiedergabe soll man selbige auf CD-R brennen. Danach kann das Abspielen per Software- oder HiFi-CDplayer erfolgen. Nun, dieser Weg ermöglicht dann zwar Gapless Playback, entspricht aber letztlich nicht dem bisher noch unvollständig ausformulierten AudioHQ-Leitmotiv, welches sich an den beiden Schwerpunkten Archivierung und direktes Abspielen der archivierten Inhalte orientiert.

Aktuell könnte dieses Leitmotiv folgendermaßen umrissen werden:

Nicht kopiergesperrte Audio-CDs oder Teile daraus per Software für den Eigenbedarf so zu kopieren, daß sie verlustfrei (oder definiert verlustarm) transformiert, transportiert, vermischt und archiviert werden können.

Es geht im weiteren zum einen darum, die Inhalte auf unterschiedlichsten Datenträgern abspielbar zu machen, und zum anderen, sie bei vertretbarem Aufwand mit Hilfe von verschiedenen Medien zu übertragen bzw. weiterzuverarbeiten. Das geschieht unter Berücksichtigung der jeweiligen Eigenschaften der selbsterstellten Medien, der Übertragungswege und der großen Vielfalt vorhandener Hardware- oder Computersysteme. (Erfolgt dies mit einer möglichst geringen Nominalbitrate, so nennt man das eine effektive Transmission (Übertragung) der Inhalte.)

Das Archiv soll mit verschiedenen Hard- und Software-Abspielern wiedergegeben werden können, formatunabhängig funktionieren und erweiterbar sein. Die Wiedergabe soll PC-basiert erfolgen. Eine geringe Zugriffszeit und ein Maximum an Such-Komfort sollen diese auszeichnen. Außerdem soll die Präsentation der Inhalte auf einem möglichst hohen Niveau stattfinden, damit der Nachteil der unvermeidlichen Virtualität der Sammlung ausgeglichen wird. Aspekte der Datensicherheit und Schutz vor Datenverlust sollen ebenfalls berücksichtigt werden.

Doch zurück zum Ausgangspunkt: Durch das ausschließliche Brennen auf CD-R gehen auch sehr viele Merkmale einer leistungfähigen Archivierung verloren, wie etwa der sekundenschnelle Zugriff und die Möglichkeit zur Suche in den Meta-Information, wie auch die Möglichkeit, die Archivinhalte jederzeit ergänzen und nachbearbeiten zu können. Flexibles Tagging ist ebenfalls auf gebrannte Medien nicht anwendbar, bzw. es wäre nur kompliziert umzusetzen, indem man sich z.B. eine eigene CD-Datenbank ähnlich MusicBrainz anlegt.

Eine solche playereigene Datenbank müßte jeweils die Disc-ID mit den vorhandenen Meta-Informationen abgleichen. Auf jedem anderen Rechner ohne Zugriff auf die Datenbank stünden die zusätzlichen  Information jedoch nicht zur Verfügung, weil die Daten nicht mit dem Datenmaterial verbunden und transportiert werden können. 

Der schnellstmögliche Zugriff auf gesuchte Audio-Inhalte wie auch auf weitere Informationen innerhalb einer Datenbank gehen mit dem Brennen von CD-R zum Zweck des Abspielens also in der Regel verloren.

Grundlagen Gapless Playback

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3 bearbeitet von Frank Bicking (Original: 2005-04-08 16:06)

Re: Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen

Gapless und die Wiedergabe-Software:

  • Mit Foobar2000 und LAME-mp3 ist natives gapless gewährleistet, bei gaplessfähigen Formaten sowieso.

  • Mit Winamp ist ein problemloser Wechsel zu Plugins von MAD und Otachan möglich, die in Kombination mit LAME-mp3 gapless bieten; Musepack, Vorbis, und alle aktuellen Lossless-IN-Plugins bieten ebenfalls gapless.

  • Es gibt eine sehr große Anzahl von Playern, die das Problem durch simples Überblenden lösen, was aber den ursprünglichen Übergang zwischen den Titeln entstellt. Weiterer Nachteil ist, daß das Faden innerhalb eines Titels sogar noch störender wirken kann. Dies besonders bei Übergängen innerhalb eines laufenden Titels an lauten Stellen.
    WMA Crossfader für Winamp
    Winamp-Advanced Crossfader
    Winamp-SQRsoft Crossfader

  • Laut der deutschen Winamp-Dokumentation auf MPeX besteht die Möglichkeit, durch Konfiguration des DirectSound-Outputs störende Pausen zu entfernen.

  • Mp3Splice für Winamp kaschiert zwar nur die Folgen fehlenden Gapless Playbacks, man kann sich aber nach der Installation wieder Musik ohne störende Pausen anhören. Die vom Künstler vorgesehenen Übergänge lassen sich damit aber nicht simulieren. Andererseits meine ich aber, daß das Ergebnis immer noch besser ist, als das, was der Einsatz von Crossfading-Plugins hören läßt.
    Letztlich hilft diese Lösung all denen, die ihre alten Audiodateien oder große Mengen von Fremddateien, welche nicht mit LAME erstellt wurden, anhören wollen oder müssen.

  • bisher unsererseits noch ungetestete Winamp-Plugins:
    Plugin von Christian Volmer
    Plugin von Mathew Loyd
    Plugin von Nathan Ford

  • J.River Media Center ist "Out of the Box" gapless

  • Gapless Playback ist unter der iTunes Jukebox nicht möglich, weil diese Anwendung von Beginn an auf Crossfading optimiert wurde. (Nachrüstungen per Plugin sind nicht möglich.)

  • Seamless ist unter dem Windows Media Player bis WMA Standard (Vers. 8) nicht möglich. Bei Benutzung des WMA 9 Codecs nur in Kombination mit der Wiedergabe per Windows Media Player 9 Quelle

  • Gapless Playback unter Linux

Images mit Cuesheet

Es besteht die Möglichkeit, bereits beim Rippen mittels eines entsprechenden Workarounds gaplessfähige Images zu erzeugen, die eine Wiedergabe ohne Pausen ermöglichen, indem einfach die komplette CD als eine AudioDatei erstellt wird. Allerdings haben wir zu dieser Art Workarounds folgenden Standpunkt entwickelt:

stereobit schrieb:

"Seht Ihr (AudioHQ) irgendeinen Nachteil an Images? Warum werden "Lösungen" wie "Images mit Cuesheet" auf AudioHQ nicht näher erörtert und durch Tutorials unterstützt?"

Lego schrieb:

Der Mangel an Vorteilen war bisher das Entscheidende.

Images mit Cuesheet (Subtracks) stellen eigentlich nur die "Umgehung" eines eklatanten Mangels aller MP3-Encoder außer LAME dar. Überhaupt widerspricht das künstliche Aufrechterhalten eines solch defizitären Formates wie MP3 mit Hilfe von Basteleien und Workarounds nicht unserem Grundverständnis von professionellem Arbeiten. Noch dazu wie im Falle des MP3-Formates, welches wir gar nicht so unbedingt hervorheben wollen, weil es sich längst selbst  überlebt hat.
Ich denke, für Basteleien mit MP3 gibt's bessere Seiten als AudioHQ, denn inzwischen wurden alternative Audioformate entwickelt, die diese Probleme schlichtweg nicht mehr kennen.

Unser Anliegen auf AudioHQ besteht zum einen darin, konsequent Professionelles anbieten, Einblicke in die aktuelle Entwicklung geben und die entsprechenden Grundlagen erklären zu wollen. Zum anderen möchten wir nicht auch noch den Hardwareherstellern helfen, ihren teilweise defizitären Müll abzusetzen. Wir möchten schlußendlich den Nutzern falscher Kaufberatungen ebenfalls nicht in dem Sinne helfen, wie sie denn mit den aufgezwungenen Defiziten trotzdem noch halbwegs brauchbare Ergebnisse bei der Erstellung und der Wiedergabe erzielen könnten.

Mir ging es mit meinem Leitartikel vor allem darum, den Nutzern von Audiocodecs die nötigen Informationen zur Verfügung zu stellen, anhand derer sie selbst später dann entscheiden können, ob sie nun weiter nur CHIP und PC-Welt-Tests lesen wollen (was aber andererseits auch nicht immer unbedingt schlecht sein muß, denn es gibt genug User, die selbst diese Tests ignorieren), oder ob sie dadurch befähigt werden, mündig nach Alternativen zu suchen, die die Computerpresse evtl. gar nicht erwähnte, und weiterführend, zu überlegen, was denn wirklich ihren Ansprüchen genügen könnte, anstatt  dubiose Suboptionen unreflektiert zusammenzuraffen.

Die nachfolgenden Aspekte kann man, für sich genommen, eigentlich als unkritisch bewerten. In Kombination mit dem fehlenden Nutzen könnten sie aber m.E. den Ausschlag geben, um sich vom MP3-Format endgültig zu verabschieden.

  • Test&Copy beim Auslesen in EAC ist nicht möglich.

  • AccurateRip funktioniert nicht bei Images.

  • Wer Mixes als Images encodiert, der tut es für einen portablen Player.(Nicht unsere Zielgruppe.)

  • Wenn es zu Kopierfehlern kommt, muß das gesamte Image neu gerippt werden. Nicht nur ein beschädigter Einzeltitel.

  • Nur LAME-mp3 profitiert davon (und auch da nicht wirklich), gapless in Foobar2000 und anderen Profi-Playern wiedergegeben werden zu können. (Bei Musepack und Vorbis funktioniert dies ja korrekt und zuverlässig.)

  • Das Handling ist etwas umständlicher, weil nur mit Hilfe der Cuesheets die Einzeltracks anwählbar sind.

  • Das Suchen, Spulen und Skippen zwischen den Tracks dauert teilweise sehr lange und ist fehleranfälliger.

  • Das Mischen von Einzeltiteln verschiedener Alben war außer im Falle von APE bei Verwendung von APL-Dateien schwieriger.

  • Es treten Probleme beim trackbasierten Replaygaining auf.

Weitergehend:

Ich glaube, niemand aus dem AudioHQ-Team erstellt noch regelmäßig Images oder setzt sich gar noch freiwillig mit MP3 auseinander. Intressierten in dieser Sache würde ich eher MPeX oder MP3-Werk  empfehlen. (Meine Sicht: Man sollte eben halt auch wissen, welche Zielgruppe man ansprechen, bzw. worauf man sich konzentrieren und was man fördern möchte.)

Ist erst mal nur meine Meinung. Frank und die anderen könnten das evtl. auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Wenn jemand gewillt ist, ein entspr. Tutorial zu schreiben, so sehe ich da wenig Probleme, es auf AHQ zu platzieren. Allerdings kann ich auch nicht einschätzen, ob es wahrgenommen werden wird.
Wenn wir uns an einem Thema beteiligen, möchten wir auch sichergehen, daß wir mitreden können und keinen etwaigen Schrott verzapfen. Quelle

Voraussetzung für ein gutes Gelingen ist eine zum Album passende Cuesheet-Datei. Ein Cuesheet ist nichts anderes als eine Text-Datei (allerdings mit der Endung *.cue und nicht *.txt), in der die relevanten Informationen für das Brennprogramm stehen. In erster Linie beinhaltet sie erst einmal Informationen darüber, wo sich die Pausen befinden & wie lang die Titel sind. Im Idealfall enthält sie auch noch Informationen über den Interpreten und die Titel der Lieder, also den CD-Text. Außerdem muß in dem Cuesheet auch der exakte Name des Quellmaterials stehen, was im Normalfall der Name der Audio-Datei ist. (Die Quelle kann natürlich auch eine Wave-Datei oder ein anderes Audioformat sein.)

Beispiel für ein MP3-Album:

    PERFORMER "Sander Kleinenberg"
    TITLE "Essential Mix"
    FILE "Sander Kleinenberg - Essential Mix.mp3" WAVE
    TRACK 01 AUDIO
    PERFORMER "Nibiru"
    TITLE "Traveller"
    INDEX 01 00:00:00
    .....

Beispiel für ein Wave-Album:

    PERFORMER "Sander Kleinenberg"
    TITLE "Essential Mix"
    FILE "Sander Kleinenberg - Essential Mix.wav" WAVE
    TRACK 01 AUDIO
    PERFORMER "Nibiru"
    TITLE "Traveller"
    INDEX 01 00:00:00
    .....

Software für das Erstellen von Cuesheets:

Quellen für Cuesheets

Cuesheet Heaven: Hier gibt es ein riesiges Archiv mit Cuesheets.

In der FreeDB-Datenbank kann man nach den Titelinformationen der Alben suchen lassen.

Anschließend können aus den gewonnen Informationen Cuesheets generiert werden.

Wenn die genannten Quellen kein entsprechendes Material zur Verfügung stellen sollten, müsst Ihr selbst ein Cuesheet erstellen.

Software zur Wiedergabe von Cuesheets:

  • Cuesheet-Support innerhalb Foobar2000 ist möglich.Alle Subtracks werden in der Abspielliste angezeigt.

  • Durch Installation des Cue-Players für Winamp existiert auch eine Alternative
    namens mp3Cue für diesen Player.

Hauptprobleme im Zusammenhang mit der Verwendung von Cuesheets

  • Berichten von Nutzern zufolge haben Soft- wie auch Hardware-Player mitunter Probleme beim "zappen" (spulen) innerhalb großer Image-Dateien. Hauptsächlich betroffen davon sind nicht streamingfähige Formate wie etwa MP3, AAC oder APE (Monkey's Audio). Flac und Vorbis verhalten sich im Regelfall problemlos.

  • Die Lautstärkeanpassung (Replaygain) einzelner Subtitel innerhalb eines Images ist nicht möglich.

  • Das Taggen einzelner Subtitel innerhalb eines Images ist ebenfalls nicht möglich.

  • Die Erstellung von "Embedded Cuesheets" unter FLAC (per MetaTag.exe) ist noch zu kompliziert. Außerdem wurde die Unterstützung selbiger bisher in keinem Soft- oder Hardware-Player vollständig integriert

  • Images kann man nur über ein Cuesheet mit Subtracks unterteilen.Doch Vorsicht, Cuesheets unterstützen keinen Unicode, was die Verwendung fremdsprachlicher Inhalte und Zeichensätze ausschließt!

Indizieren von Images über Tags:

Erstellen von Single File Outputs:

Nachträglich kann man einzelne Dateien auch per Diskwriter "zusammenschweißen" und zu "einem" Image verbinden. Dies ist allerdings mit dem Nachteil der Reencodierung/Transcodierung verbunden.

Nachfolgend in Stichworten die ungefähre Vorgehensweise:

Für CDs läßt sich das relativ einfach realisieren, ausschließlich mit kostenloser Software und durchaus semiprofessionellen Anspruch:

Quick and Dirty geht's auch:

  • Alle benötigten Titel in die Foobar2000 Playliste ziehen

  • ein albenbasiertes Replaygain für diese zusammenstellung durchführen

  • im DSP Manager den Crossfader aktivieren

  • mit dem Diskwriter als WAV auf die HD schreiben

  • Festlegen der Skippoints über ein Cuesheet/oder Editieren in Feurio

  • Brennen der gemixten WAV mit Feurio/alternativ durch Aufruf des Cuesheets mit Foobar2000 und Brennen in Nero

Von MPEX gibt's eine weitere Anleitung zum Thema, die ich auch häufiger mal verlinke.

Falls vorhanden kann sowas auch mit iTunes und bereits vorhandenen mp3 erledigt werden, habe ich selbst aber noch nicht ausprobiert, weil ich iTunes nicht mag:

  • Crossfader und Lautstärkeanpassung für's Brennen in den iTunes-Optionen aktivieren

  • die Titel zusammenstellen

  • Brennen

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4 bearbeitet von Lego (Original: 2005-04-08 16:21)

Re: Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen

Hardware

  • Überblendung (Crossfading) läßt sich beim Abspielgerät zuschalten.Trotzdem kann es hier bei vielen Einzeltiteln passieren, daß die seitens der Künstler schon mit einem Fade-Out oder Fade-In versehenen Titel mit "doppeltem Überblenden" wiedergegeben werden. (Dies kann sich sehr merkwürdig und störend auswirken.)

  • Das Auffüllen mit "Stille" oder simples Stummschalten stellen keinen effektiven Ersatz dar, denn die Pausen werden durch hörbares Klicken oder durch Stummschaltung ersetzt, was dann den Musikgenuss recht eindrücklich beeinträchtigen kann. (Es wird also nicht an der Beseitigung der eigentlichen Ursachen sondern vielmehr an der Milderung der Symptome "herumlaboriert".)

  • Derzeit ist kein Gerät auf dem Markt, welches gapless in vollem Umfange unterstützt.

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5 bearbeitet von DAU (Original: 2005-04-12 20:12)

Re: Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen

Wiedergabe per PC: Eine überlegene Lösung ?

Es stellt sich nun die Frage, ob der PC inzwischen nicht einfach das bessere und flexiblere Gerät für die Audiowiedergabe ist. Ich sehe da so einige Vorteile, die ich hier näher beleuchten möchte:

  • Die Gapless-Problematik läßt sich in den Griff bekommen, was mit Hardwarelösungen nicht möglich ist.

  • Man hat die Freiheit, das bevorzugte Audioformat wählen zu können. Außerdem kann man die Formate jederzeit wechseln und je nach Erfordernissen mischen. Ganz abgesehen davon ist man auch unabhängig von den Updatezyklen und Firmwares der Hardware-Decoder, welche z.B. von MS oder Apple auf deren lizensierten Geräten angeboten werden.

  • Weitergehend kann man die Software-Player oder sogar das Betriebssystem wechseln. (Dies birgt dann allerdings auch das Problem eines erhöhten Aufwandes für die Einarbeitung; z.B., um sich mit unbekannten Funktionen einer bestimmten Software vertraut zu machen. Dieser Aufwand entfällt natürlich bei Benutzung von Hardwaregeräten, weil diese "Out of the Box" direkt die unterstützten Formate abspielen und diverse eingebaute Funktionen nutzen. Allerdings verfügt derzeit kein Hardwaregerät über die Anzahl möglicher Features, wie sie Software anbieten kann.

  • Die Flexibilität eines PC's ist also wesentlich größer. Meist beginnt man mit einer Minimalinstallation und kann hinterher durch das Hinzufügen von Komponenenten, Plugins und Codecs den PC zu einem "Allesspieler" ausbauen.

  • Den PC-Besitzer stört es in der Regel auch eher selten, wenn von Seiten eines entsprechenden Herstellers Formatwechsel vollzogen oder Erweiterungen von ihm eingeführt werden, die eine Rückwärtskompatibilität nicht mehr gewährleisten. Außerdem kann er auch den nachträglichen Zwang zum Einarbeiten von DRM (oder ähnliches) umgehen.

  • Die Interoperabilität ist bei einem PC grundsätzlich gewährleistet, denn für die Wiedergabe eines Lossless-, Musepack- oder Vorbis-Archivs beispielsweise ist es eigentlich so ziemlich egal, mit welchem PC, Betriebssystem oder Player ein Zugriff erfolgt.

  • Weiterhin erlangt man bei Benutzung eines PC's völlige Unabhängigkeit von Tag-Formaten. Man kann z.B. APE wie auch Lyrics nutzen. Hardwaredecoder hingegen sind meist nur in der Lage, eines der ID3-Formate auslesen zu können. Die Verrenkungen bei DVD-Playern oder Portabels entfallen ebenfalls. Letztlich werden auf einem PC (z.B. mit Foobar2000 oder Winamp) alle Titelinformationen so angezeigt, wie man es ursprünglich geplant und konfiguriert hat. Abschließend sei noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Dank des modulartigen Aufbaus oder der Einstellungsflexibilität so mancher Software eigene Vorstellungen recht umfassend umgesetzt werden können, da diese Eigenschaften sehr weitreichende individuelle Konfigurationen oder Featureeinstellungen ermöglichen.

  • Einzig der PC eröffnet die Möglichkeit, flexibles Tagging verwenden zu können.

  • Schlußendlich erlaubt der PC die gleichzeitige Benutzung verschiedener DRM-Formate. Dies ermöglicht es, daß man sich den jeweils günstigsten Anbieter für Kaufloads aussuchen kann. Die Strategie einer Kundenbindung über  aufgezwungene Hardwareplattformen von seiten der Hersteller mißlingt hier also. Es ist schlichtweg egal, ob man seine Kaufloads nun von MSN, AOL, iTunes, Musicload, Aldi oder Lidl bekommen hat. Man kann eigentlich alles abspielen und auf CD-R brennen, soweit es das Windows-Betriebssystem betrifft.

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6 bearbeitet von DAU (Original: 2005-04-12 20:14)

Re: Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen

verwendete Quellen:

Copyright

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7 bearbeitet von Lego (Original: 2005-10-29 23:11)

Re: Wiedergabe von Audiodateien ohne Pausen

Problemlösungen für Winamp 5.x und Gapless Playback:
http://forums.winamp.com/showthread.php … did=155680
http://www.hydrogenaudio.org/forums/index....showtopic=31182

Ergänzungen:

  • Laut eines Beitrages in einem  iTunesforum  lassen sich mittlerweile Indizierungen (Subtracks) einer Image-Datei für den MAC und den iPod erstellen. Link und Quelle

  • Mittels ACMenc unterstützen die vom Windows Media Player Vers. 10 erstellten FhG mp3 auch das Gapless Playback.

  • Der Archos Jukebox Recorder 20 kann LAME-encodierte MP3 gapless abspielen.

eine weitere Möglichkeit

Ergänzung zum Thema Embedded Cue in mp3:

http://www.hydrogenaudio.org/forums/index....showtopic=28167
http://www.hydrogenaudio.org/forums/index....showtopic=33177

Ergänzung:

Betrifft MacOS

Die Erstellung von Medien (CDDA) oder auch nur das reine Abspielen mit der Eigenschaft "Gapless" ist selbst nach längerer Recherche nirgends beschrieben.

Allerorten wird danach gefragt (auch von Seiten derer die einen MAC besitzen) und Threads dieser Art helfen kaum weiter.

Die Feurio-Kurzanleitung findet sich jetzt unter AudioCDs Brennen mit Feurio, Übergänge erzeugen trotz fehlendem Gapless

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