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1 bearbeitet von DAU (Original: 2006-04-04 17:59)

Thema: Wiedergabelisten, Abspiellisten, Playlists

Statische Abspiellisten

Diese Wiedergabelisten bieten fast alle Abspielprogramme an, insbesondere diejenigen, die keine eigene Datenbank (Media Library) besitzen. Statische Playlists werden immer nur für einen bestimmten Zweck und für den einmaligen Gebrauch, z.B. beim Synchronisieren mit einem portablen Player, erstellt. Sie aktualisieren sich nicht selbstständig aus der Datenbank heraus.

Änderungen durch Umbenennen, Hinzufügen oder Verschieben innerhalb eines Verzeichnisses werden also nicht angepasst, weshalb die Listen, trotz der investierten Zeit und Mühe, ab einem gewissen Punkt wertlos sind, weil die Änderungen, wie gesagt, nicht mitverfolgt werden. Daher verwendet man heute auch bei grösseren Datenbeständen kaum mehr statische Abspiellisten.

Diese Listen sind nichts anderes als eine Liste aneinandergereihter Pfadangaben, die man notfalls auch mit einem DIR >liste.m3u (Win) oder ls >liste.m3u (Linux) auf der Kommandozeile erzeugen könnte.

einfache Playlist:

F:\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\01 - Tosca.mp3
F:\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\02 - ChristinaBrannerJesp....mp3
F:\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\03 - BerlinBahia.mp3
F:\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\04 - nRt.mp3

Weiterhin gibt es auch noch eine erweiterte (extended) Version, die auch gebräuchlich ist und die Haupteigenschaften (Interpret, Titel etc.) bereits in der Abspielliste speichert, damit der Zugriff auf die Dateieigenschaften beschleunigt wird.

extended Playlist

#EXTM3U
#EXTINF:284,Tosca - Heidi Bruehl
F:\Jochen\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\01 - Tosca.mp3
#EXTINF:205,Chistina Branner-Jespersen  - Sweetest Remedy
F:\Jochen\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\02 - ChristinaBrannerJesp....mp3
#EXTINF:222,Berlin-Bahia - Bliss
F:\Jochen\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\03 - BerlinBahia.mp3
#EXTINF:249,nRt  - Tight (Like Dreadlocks)
F:\Jochen\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\04 - nRt.mp3

Dann gibt es noch die Albumlist, welche einfach nur den Verzeichnisnamen an das Programm übergibt. Die Daten der darin befindlichen Dateien werden beim Zugriff in den jeweiligen Playlist-Editor übernommen.

Albumlist:

F:\Mercedes-Benz Mixed Tape 11\

Voraussetzung für die Nutzung solcher Albenlisten ist allerdings, dass man über ein geordnetes Benennungs- und Verzeichnis-System verfügt, sonst kann die Abspielsoftware, wenn sie nicht auf die Tags zugreift, z.B. bei Alben keine Sortierung durchführen. Man stellt den einzelnen Titeln im Dateinamen deshalb den Namen und das Album voran und erzeugt die korrekte Reihenfolge dann oft über eine Nummerierung im Dateinamen.

Verzichtet man auf diese Nummerierung, purzeln alle Titel eines Albums aus Nutzersicht durcheinander und die gewohnte Reihenfolge stimmt nicht mehr, wobei die Dateien lediglich alphanumerisch korrekt nach ihren Buchstaben sortiert werden. Bekanntestes Beispiel ist das oft bei Anfängern zu beobachtende Problem, dass z.B. iTunes-Einsteiger keine Nummerierungen im Dateinamensschema für den Auslesevorgang setzen und deshalb hinterher Irritationen entstehen. Bei Einzeltitel-Sammlern hingegen ist die Nummerierung, die erwünschte Reihenfolge eingeschlossen, meist von geringer Bedeutung, oder sie wird durch manuelles Sortieren der Abspielliste herbeigeführt.

Künstler-Album-Nummer-Titel.flac oder eine der zahlreichen Variationen.

Sampler und Various Artist werden für eine korrekte Sortierung oft in ein Dateinamensschema wie das nachfolgende gebracht.

Titelnummer-Titelkünstler-Titel.flac

http://img411.imageshack.us/img411/7706/folder32ow.png

Sobald man ein Album, einen Ordner oder eine Zusammenstellung aufruft, sortiert das Abspielprogramm meist die Titel vor und übernimmt sie dann erst in die Abspielliste. Deshalb genügt es auch, für Alben eine Abspielliste zu erzeugen, die nur den Pfad enthält. Winamp und Foobar spielen die Titel dann in korrekter Reihenfolge ab.

Beispiele für Playlist-Editoren sind:

http://lego.audiohq.de/Winamp/Foobar2000.png

http://lego.audiohq.de/Winamp/Playlist_Editor.png

Gebräuchliche Formate für Playlists verschiedener Programme sind:
pls, m3u, wpl, m3u8, fpl, EXTM3U, b4s, xpl, asx.

Dynamische Abspiellisten

http://lego.audiohq.de/Winamp/Smart_View.png

Sich selbstständig anpassende Abspiellisten sind Ergebnisse einer Abfrage an eine Datenbank und aktualisieren sich ohne Eingriffe seitens der Nutzer, weshalb sie dann im Endergebnis auch nur gültige Pfade zu Dateien oder Metadaten enthalten. Man nennt dies auch Sicht/View, wenn man die Parameter speichert. Solche Views, bzw. Smart Views oder im Apple-Sprachgebrauch auch Intelligente Wiedergabelisten, nutzen also alle Vorteile einer Datenbank, welche meistens in der Lage ist, Umbenennungen, Verschiebe- und Kopiervorgänge oder Änderungen von Tags innerhalb eines Programmes mitzuverfolgen und diese dann mit der nächsten "Synchronisation bei Änderung" anzupassen.

Demnach sind also nicht die Wiedergabelisten "intelligent", sondern allenfalls die Parametrisierung oder der Aufbau der Datenbank selbst. Je flexibler, desto besser, weshalb sich hier z.B. Foobar2000 als aktuell intelligenteste Datenbank/Abfrage-Möglichkeit für Audio-Datenbanken herausgestellt hat, weil alle möglichen Anforderungen bereits beim Design der Datenbank und der Abfragesprache eingearbeitet wurden und auch überall auf der Oberfläche oder in den Komponenten flexibel visualisiert werden können. Winamp, iTunes und der Windows Mediaplayer hingegen bringen entweder Vorlagen mit, oder ermöglichen es, über Klappmenüs bestimmte Views zu erzeugen. 

Der grösste Vorteil all dieser Datenbanken liegt allerdings darin, dass nicht mehr der zugrundeliegende Datenbestand bei jeder Abfrage komplett neu erfasst werden muss, sondern sich die Sicht (View) direkt in Sekundenbruchteilen immer aktuell aus den hinterlegten Indizes erzeugen lässt, wobei schlimmstenfalls ein kurzer Refresh durchzuführen ist.

Die meisten Datenbanken bieten i.d.R. Funktionen an, dynamische Abfragen als statische Wiedergabelisten zu exportieren. Eine Ausnahme stellt wieder einmal nur iTunes dar, da der Export hier nicht vorgesehen ist, wobei dann aber eine Installation von itunes2m3u selbigen doch noch ermöglicht.

Im Allgemeinen benutzt man heute nur noch metadaten-basierte Datenbanken, die auf der Basis sog. Tags (also Etiketten) und mit Hilfe spezieller Programme, wie etwa Foobar2000, mp3Tag oder Helium Music Manager, die zusätzlichen Daten direkt sichern können. Dies ist vor allem deshalb von Vorteil, weil man dann auf das Umbenennen bei Änderungen verzichten kann, denn andere Programme reagieren oft aufgrund ihrer dateinamensorientierten Arbeitsweise mit Arbeitsverweigerung. Insbesondere die History-Dialoge im Explorer oder in anderen Anwendungen fallen da unangenehm auf. Sobald man Einzeltitel mit Nummern in den Tags versieht, kann man diese dann aber auch in den Abspielprogrammen über sog. SortierStrings ordnen. Einige Datenbanken benutzen allerdings auch datenbankinterne Sortierer, um die Reihenfolge unabhängig von allen bisher genannten Möglichkeiten speichern zu können. Der Helium Music Manager wäre ein Beispiel für so eine Anwendung. (Näheres dazu findet man übrigens in allen Manuals der oben angesprochenen Programme.)

WinampFoobar2000, musikCube und einige andere populäre Player haben mittlerweile alle Datenbanken und bieten dynamische Abspiellisten und Views mit jeweils unterschiedlichen Abfragesprachen.

  • foobar2000 = Query Syntax

  • Winamp = Eigenentwicklung

  • iTunes = Eigenentwicklung (versteckt im Hintergrund)

  • musikCube = SQLite

  • Windows Media Player = Eigenentwicklung (versteckt im Hintergrund)

Weitere Informationen über Datenbanken findet man auf AudioHQ unter Linksammlung: Media Center, Music Manager.

Sonderformen

Die Formate PLS oder ASX für Streaming-Inhalte übergeben u.a. URLs zu Servern oder mehrere Streamadressen, z.B. für Shoutcast Webradio.

[playlist]
numberofentries=2
File1=http://64.236.34.4:80/stream/1040
Title1=(#1 - 1019/18917) .977 The 80s Channel (80s Grooves)
Length1=-1
File2=http://64.236.34.196:80/stream/1040
Title2=(#2 - 1948/8118) .977 The 80s Channel (80s Grooves)
Length2=-1
Version=2

Es gibt ausserdem noch die Möglichkeit, dass beispielsweise intern mit einer Zeitleiste gearbeitet wird, wie man sie oftmals bei Software zur Video-Bearbeitung antrifft, um mit deren Hilfe Titel in einer zeitlichen Abfolge sortieren zu können. Professionelle DJ-Programme benutzen diese Funktion häufiger, als Beispiel sei der Mixmeister erwähnt. Auch Radio-Automationssoftware arbeitet ähnlich, um die abzuspielenden Titel, mit Jingles und Ansagen kombiniert, in eine bestimmte Reihenfolge zu bringen. Da es aber hierbei nicht mehr einfach nur darum geht, Titel in einer gewissen Reihenfolge abzuspielen, sondern auch noch darum, die Übergänge möglichst passend und kunstvoll oder sogar mittels Pitchen (Geschwindigkeitsänderung) zu arrangieren, verzichte ich erst einmal auf eine weitergehende Erklärung.

Cue-Dateien können in Foobar2000 auch als eine Art Playlist benutzt werden, sind aber eigentlich nur eine Art "Script-Sprache für Brennanweisungen".

weiterlesen
m3u-Standard
m3u-Wikipedia-Artikel
Playlist: relative und absolute Pfade

Hier gehts zum Auditorium ...

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